Wenn die Psyche leidet: Mentale Gesundheit in Zeiten der Pandemie

Wenn die Psyche leidet: Mentale Gesundheit in Zeiten der Pandemie

„In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ – das wussten bereits die alten Römer. Doch in Zeiten von Corona fällt es vielen Menschen zusehends schwer, sich mental gesund zu halten. Psychische Gesundheitsprobleme können dabei vielerlei Formen annehmen und reichen von kurzweiligen Belastungen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Als maßgebliche Auslöser gelten hierbei sogenannte Stressoren, also belastende Faktoren, welche die physische Gesundheit gefährden. Mit zunehmender Häufigkeit und Intensität wächst dabei die Wahrscheinlichkeit psychischer Probleme – das gilt insbesondere für jene Menschen, die bereits unter psychischen Vorbelastungen leiden. Seit Jahren nimmt die Zahl psychischer Erkrankungen zu. Häufigste Ursachen sind dabei eine Überforderung im Beruf und Überlastungen im Alltag, aber auch zu hohe Erwartungen an sich selbst.

Gewalt, Depression, Vereinsamung – Psychische Belastungen und ihre Folgen

Mit der Corona-Krise dürfte dieser Trend noch einmal deutlich zunehmen. Denn diese wird allgemeinhin als andauernde Belastungssituation verstanden. Wachsende Existenzängste, zunehmende Unsicherheit und ein stetiger Anpassungsdruck sind dabei nur einige der Stressoren, die den Menschen während der Pandemie zusetzen. Die Auswirkungen der Covid-Krise auf die Bevölkerung wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht. Schon in der ersten Welle musste man die Folgen von Lockdown, Quarantäne und anderen Einschränkungen des Alltags in den betroffenen Bevölkerungen feststellen: Zunehmender Alkohol- und Drogenmissbrauch, steigende Fallzahlen häuslicher Gewalt, Depressionen und Vereinsamung. Die Zahlen sind dabei alarmierend – auch in Deutschland. So gaben in einer repräsentativen Umfrage rund 3 Prozent der Frauen an, dass sie zur Zeit der ersten Kontaktbeschränkungen Opfer körperlicher Gewalt wurden. Kinder wurden sogar in über 6 Prozent der Haushalte zur Zielscheibe. Wenn die Psyche leidet, mündet dieses Leid nicht selten auch in körperliche Gewalt. Dabei machten der Studie zufolge nur die wenigsten Betroffenen von den bestehenden Hilfsangeboten Gebrauch.

Individuelle Belastungen: Bestimmte Berufsgruppen sind besonders gefährdet

Auch die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz steht in Zeiten von Corona vor einer Belastungsprobe. Bestimmte Berufsgruppen sind dabei stärker von den Auswirkungen der Pandemie betroffen als andere. Vor allem Personen, welche selbst aktiv an der Krisenbewältigung mitwirken, aber auch jene, die nicht von Zuhause aus arbeiten können, gelten als besonders gefährdet. Während das Home-Office gemäß ersten Erkenntnissen auch einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit der Arbeitnehmer haben kann, werden fehlende soziale Kontakte und der Spagat zwischen Beruf und Privatleben als zusätzliche Belastung empfunden. Frauen sind dabei weit häufiger von diesen Belastungen betroffen, da sie in vielen Haushalten aufgrund der geschlechtertypischen Arbeitsteilung einen Großteil der Mehrbelastung durch Homeschooling und Kinderbetreuung schultern müssen. Doch wie lässt sich die mentale Gesundheit wirkungsvoll schützen? Und was können Arbeitgeber tun, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz nachhaltig zu fördern?

Was Unternehmen tun können: Offener Austausch und aktive Unterstützung

Bereits einfache Maßnahmen tragen dazu bei, die eigene mentale Gesundheit zu verbessern. Besondere Bedeutung kommt dabei dem eigenen sozialen Umfeld zu – das ist in Zeiten strikter Kontaktbeschränkungen natürlich leichter gesagt als getan. Doch digitale Kommunikationsmedien ermöglichen auch während der Pandemie den Kontakt mit Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen. Innerhalb der Familie sollten individuelle Sorgen und Nöte offen angesprochen werden, um gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen. Auch Arbeitgeber sollten in diesen Tagen nachsichtig sein und Verständnis für die individuelle Situation ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte zeigen. Regelmäßige Meetings, aber auch der informelle Austausch innerhalb von Abteilungen und Teams ermöglichen, potentielle Überbelastungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Zusätzliche Hilfsangebote für besonders betroffene oder gefährdete Personen schaffen dabei Vertrauen und helfen, Belastungen gezielt abzubauen. Präventive Maßnahmen zum Schutz der mentalen Gesundheit sind dabei nicht nur Bestandteil der unternehmerischen Fürsorgepflicht, sondern auch Ausdruck von Wertschätzung und einer positiven Unternehmenskultur.

Mit den Online-Kursen von Security Island können Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden für den Umgang mit psychischen Belastungen sensibilisieren und Prävention durch digitale Aufklärung betreiben - sicher und über den Zeitraum der Pandemie hinaus.


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